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Instrumente
Was kann das Holz dafür, wenn es als Geige erwacht?
Arthur Rimbaud
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Modernes Cello
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Barockcello
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Mitten im Italienurlaub kam Gesa Riedel 1998 auf die
Idee, einen französischen Geigenbauer in Cremona zu besuchen: Loeiz Honoré.
Zu dem Zeitpunkt waren seine Instrumente noch ein Geheimtipp unter
Streichern und kaum jemand traute sich einen Neubau zu kaufen und dies
öffentlich zuzugeben. Loeiz Honoré kopiert in einzigartiger Qualität Geigen
und Celli von namhaften Geigenbauen wie Stradivari oder Guarneri. Im Sommer
'98 hatte Honoré aus purem Zufall eines seiner Celli In Cremona, das er für
einen Kunden zum Verkauf anbieten sollte. Eine wunderbare Kopie des
Stradivari Mara. Es war Liebe auf den ersten Blick.
Das Original Mara Cello von Antonio Stradivari hat eine
wechselvolle Geschichte hinter sich. Das 1711 gebaute Instrument ist
mehrmals um die Welt gereist. Es hat für Könige und Bürger gespielt, in
Kathedralen und Schlössern. Virtuosen und Banker haben sich seiner
angenommen und seinen Wert gesteigert. In der Nacht vom 10. auf den 11.
Juli 1963 wäre es in Südamerika, im Mündungsgebiet des Rio de la Plata,
fast ums Leben gekommen. Heute befindet es sich im Besitz des
österreichischen Dirigenten und Cellistin Heinrich Schiff.
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Noch zu DDR-Zeiten wurde das Cello von Kopenhagen
nach Rostock geschmuggelt. Fast schon vergessen, lag es in einem Schrank
der Rostocker Musikhochschule. Mehr durch Zufall entdeckte Gesa Riedel das
Instrument, das sich damals in einem erbärmlichen Zustand befand aber
gleichzeitig eine Aura ausstrahlte, die die Aufmerksamkeit der Cellistin
weckte. Die Decke wies unzählige Risse auf und hatte sich extrem verformt.
Die Zargen waren ebenfalls teilweise gebrochen. Wenig erinnerte
daran, dass das Instrument in den vergangenen 300 Jahren bereits zweimal in
Kopenhagen restauriert worden war.
Vielleicht war es Mitleid, das die Cellistin verleitete
das Cello zu kaufen und von Yoshio Morino in Hamburg restaurieren zu lassen.
In rund einjähriger und mühseliger Arbeit schaffte es der japanische
Geigenbauer, den Charme des Instrumentes wieder zu erwecken. Heute strahlt
das Barockcello in neuem Glanz. Liebevoll hat Morino jeden einzelnen Riss
von innen mit Plättchen versehen und diese in die Decke eingearbeitet – die
Zargen haben wieder ihre alte Form. In Konzerten leuchtet das Cello wieder
in seiner dunkelbraunen Erscheinung und fasziniert und begeistert das
Publikum vor allem mit seinem warmen und vollen Klang.
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Loeiz Honoré,
Geigenbauer,
Cremona, Italien
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Yoshio Morino,
Geigenbauer,
Hamburg
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Der gebürtige Franzose entschied sich im Alter von 17 für
eine Ausbildung zum Geigenbauer im italienischen Cremona. Damals wie heute
zählt der Ort zu den Hochburgen seiner Zunft. 1978 gewann Honoré den
Wettbewerb "Hommage an Stradivari" der anlässlich des 250sten
Geburtstages des berühmten Geigenbauers veranstaltet wurde. Zu den
Jurymitgliedern zählten der international anerkannte Geiger Salvatore
Accardo und der renommierte Geigenbauer Francesco Bissolotti.
Honorés Instrumente sind international geschätzt. Seine Geigen, Bratschen
und Celli werden in renommierten Orchestern in Italien, Frankreich,
Deutschland, den USA ebenso gespielt wie in Japan und Süd-Korea.
Besonders bekannt ist Loeiz Honoré für die Reproduktionen alter Italiener.
In diesem Zusammenhang arbeitete er mehrere Jahre als Lehrer an der
internationalen Geigenbauschule Cremona.
Im Oktober 2005 erfuhr Loeiz Honoré eine besondere Ehre, als der Cellist Mstislav
Rostropovich für die Cellistin Teodora Campagnaro aus 50 verschiedenen
Instrumenten ein Honoré-Cello aussuchte, das ihr in Form eines Stipendiums
zur Verfügung gestellt wurde. Die Finanzierung des Instrumentes übernahm
unter anderem der italienische Cellist Mario Brunello, der ebenfalls ein
Cello des Franzosen spielt.
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Yoshio Morino ist international als Geigenbauer, vor
allem aber als Restaurator bekannt. Bereits als 16-jähriger baute der in
Osaka geborene Japaner ein Violoncello. Neben seinem Studium der
Volkswirtschaftslehre fertigte er weitere Violinen, Bratschen und Celli.
1964 entschied Morino sich dafür, seine Ausbildung in Europa fortzusetzen
und ging nach Lübeck, wo er eine Geigen- und Gambenbauausbildung bei
Günther Hellwig begann. Nebenbei belegte er als Stipendiat an der
Musikakademie zu Lübeck das Hauptfach Violoncello.
Mehrere Monate arbeitete Morino für die anerkannte Geigenbauwerkstatt Hamma
in Stuttgart, bevor er sich 1967 entschied vorerst nach Japan
zurückzugehen. Bereits 1969 zog es den Geigenbauer allerdings wieder ins
Ausland. Diesmal nach Philadelphia, wo er bis 1980 bei William Moennig –
eine der ältesten und renommiertesten Geigenbauwerkstätten der USA – für
intensive Restaurationsarbeiten an Stradivari, Amati und Guarneri zuständig
war. In dieser Zeit verbrachte er auch einige Unterbrechungsmonate bei dem
international anerkannten Geigenbauer Francesco Bissolotti.
Seit 1980 lebt und arbeitet Morino in Hamburg. 1982 legte er seine
Meisterprüfung ab und betreibt seitdem seine eigene Werkstatt.
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